Mobiler Sozialer Hilfsdienst (MSHD):
Unser Grundsatz im MSHD ist, alten, kranken
und behinderten Menschen durch unsere Unterstützung ein
Verbleiben in der häuslichen Umgebung so lange es geht zu
ermöglichen. Der Schwerpunkt der Tätigkeiten unserer ZDL in
diesem Aufgabengebiet liegt im Bereich der Hausarbeit
(Einkaufen, einfache Mahlzeitenzubereitung, Spülen, Putzen
etc.) und der Unterstützung bei pflegerischen Verrichtungen
(Hilfe beim Aufstehen/Zubettgehen, beim Waschen, beim An-
und Ausziehen, Begleitung zur Toilette etc.). Auf der
anderen Seite erhalten unsere KundInnen von den
Zivildienstleistenden Hilfe als Begleitperson bei
Arztbesuchen und Behördengängen, aber auch bei
Spaziergängen und sonstigen Unternehmungen. So tragen sie
dazu bei, den Aktionsradius der KundInnen zu erhalten oder
zu erweitern, ihre Selbständigkeit so weit es geht zu
bewahren und die Lebensqualität in einer gewohnten Umgebung
zu sichern. Oft sind unsere ZDL einige der wenigen
regelmäßigen Kontaktpersonen und somit willkommene
Gesprächspartner. Dem gegenüber haben sie die Gelegenheit,
sich mit der Lebenswelt von alten und behinderten Menschen
vertraut zu machen. Der zeitliche Rahmen unserer Einsätze
im MSHD wechselt vom Kurzzeiteinsatz bis zu 4-stündigen
Tätigkeiten.
In diesem Arbeitsbereich sind die ZDL unterschiedlichen
Personen und Situationen ausgesetzt, auf die sie sich immer
wieder neu einstellen müssen. Da unser MSHD in den Bereich
der professionellen Pflege eingebunden ist, nehmen unsere
ZDL auch an den wöchentlichen Pflegeteambesprechungen unter
Anleitung der Teamleiterin bzw. der Pflegedienstleitung mit
anderen ZDL`ern und den professionellen HelferInnen,
AltenpflegerInnen und Krankenschwestern/-pflegern teil.
Hier haben sie die Möglichkeit, sich über ihre Erfahrungen
mit der zumeist unbekannten sozialen Arbeit auszutauschen.
Wir können in diesem Tätigkeitsfeld im SFD bis zu 20
Zivildienstplätze besetzen. Der Besitz eines Führerscheins
der Klasse III ist wünschenswert.
Individuelle Schwerstbehindertenbetreuung (ISB):
In der ISB erhalten schwerstbehinderte
Menschen aus einem Team von Helfer/Innen und ZDL`ern über
große Teile des Tages oder rund um die Uhr eine persönliche
Assistenz. Wir ermöglichen behinderten Menschen, unabhängig
von der herkömmlichen Betreuung im Heim oder in der
Familie, ein weitgehend selbstbestimmtes Leben zu führen.
Der vom Zivildienstgesetz geprägte Begriff der
Schwerstbehindertenbetreuung entspricht dabei nicht mehr
dem heutigen Selbstverständnis und dem Bestreben nach einer
möglichst unabhängigen Lebensweise unserer KundInnen. Daher
heiflt dieser Bereich in unserem Hause seit einiger Zeit
"Individuelle persönliche Assistenz", kurz IPA und
beschreibt damit viel treffender das Tätigkeitsfeld unserer
IPA-Teams. Während in der IPA ursprünglich ausschließlich
ZDL eingesetzt waren, arbeiten seit einigen Jahren bei den
Behinderten entweder gemischte Teams aus angestellten
HelferInnen und ZDL`ern oder ausschließlich angestellte
HelferInnen. Für den positiven Einstieg in die
Zusammenarbeit zwischen Helfer/Innen/ZDL`ern und Kund/Innen
in diesem Bereich ist die Wahlfreiheit von entscheidender
Bedeutung. Ein Kriegsdienstverweigerer wird z.B. erst zum
Zivildienst bei uns einberufen, wenn sich beide
PartnerInnen einig geworden sind. Dem gehen ein
ausführliches Gespräch zum gegenseitigen Kennenlernen und
oft auch ein Probetag voraus. Unsere ZDL, wie auch alle
übrigen HelferInnen in der IPA , geben pflegerische Hilfen
beim Waschen, An- und Ausziehen Benutzen der Toilette usw.
Sie sind zuständig für den Haushalt (Kochen, Spülen,
Putzen), erledigen Einkäufe und Behördengänge, begleiten
die/den Behinderte/n auf dem Weg zur Schule, Studium oder
Arbeitsplatz und im Freizeitbereich. Der/die Behinderte
bestimmt und organisiert seinen/ihren Alltag selbst, wobei
die Helfer/Innen hier nur die fehlenden körperlichen
Voraussetzungen durch ihren Einsatz ergänzen bzw. ersetzen.
Auch in der IPA findet eine regelmäßige Teambesprechung
statt. Hier treffen sich die ZDLer und die HelferInnen
eines/r Kunden/in unter Anleitung der Teamleiterin, beraten
sich über Konflikte und Probleme, die in der oft intensiven
Assistenz bei dem Behinderten entstehen und planen in der
Regel anschlieflend gemeinsam die Einsätze für den nächsten
Monat. In der IPA werden vom SFD zur Zeit 3 bis 5
Zivildienstplätze besetzt. Der Besitz eines Führerscheins
der Klasse III ist je nach den Anforderungen der KundInnen
Bedingung.
ISB bei Kindern (ISB-K / IPA-K):
Die Bezeichnung Individuelle persönliche
Assistenz haben wir natürlich auch für die Begleitung von
behinderten Kindern übernommen, hier kurz IPA-K. Auch in
diesem Bereich wird der Zivildienstbewerber erst von uns
einberufen, wenn sich alle Beteiligten über den Einsatz
einig geworden sind. Im Gegensatz zur IPA bei Erwachsenen
sind die ZDL in der IPA bei Kindern in erster Linie in
integrativen Einrichtungen (Kindergärten, Schulen) und
nicht in der häuslichen Umgebungstätig. Durch ihre
Assistenz ermöglichen unsere ZDL diesen Kindern ein
gemeinsames Leben und (soziales) Lernen mit nicht
behinderten Kindern. Im häuslichen Bereich werden unsere
ZDL eingesetzt, wenn das jeweilige Kind krank oder die
Einrichtung vorübergehend geschlossen ist. Die Arbeit in
diesem Bereich stellt eine besondere Herausforderung an den
ZDL. Durch seine Assistenz wird er zum Vertrauten des
behinderten Kindes und damit zum Bindeglied in der
Institution und zwischen Institution und Elternhaus. Er ist
gefordert, die unterschiedlichen Bedürfnisse in Einklang zu
bringen oder, wenn dies nicht möglich ist, auch
auszuhalten. Ein gutes Mafl an Abgrenzungsfähigkeit ist hier
wünschenswert. Der Einsatz unserer ZDL in der IPA-K wird
entweder direkt über den SFD geregelt oder erfolgt über die
sogenannten angeschlossenen Einsatzstellen. Der Austausch
über die Arbeitserfahrungen findet sowohl mit den
jeweiligen MitarbeiterInnen in den Einrichtungen als auch
in regelmäßigen Abständen (in der Regel 1 x monatlich) in
unserem Hause statt. In der IPA-K werden zur Zeit 10 - 14
ZDL eingesetzt. Der Besitz eines Führerscheins ist
teilweise erforderlich.
Büro- und Hausmeistertätigkeiten:
Aufler in den Bereichen MSHD und IPA / IPA-K
setzen wir in unserem Hause auch ZDL für die
Zivildienstverwaltung, für Dienst- und Botengänge und
Hausmeistertätigkeiten ein. Der ZDL in der
Zivildienstverwaltung wird zur Unterstützung des
Sachbearbeiters eingesetzt. Voraussetzungen sind Computer-
und Schreibmaschinenkenntnisse, wünschenswert Erfahrungen
mit Verwaltungsaufgaben. Der ZDL für Dienst- und Botengänge
wird für Fahrdienste, einfache Bürotätigkeiten und als
Springer für Tätigkeiten im MSHD und IPA eingesetzt.
Voraussetzung ist der Besitz eines Führerscheins der Klasse
III und die Bereitschaft, auch pflegerische Tätigkeiten bei
behinderten und alten Menschen zu übernehmen. Der ZDL für
Hausmeistertätigkeiten wird für Reparatur- und
Wartungsaufgaben in unserem Verwaltungsgebäude und in
unserer Dienstunterkunft für Zivildienstleistende
eingesetzt. Außerdem ist er für einfache Wartungsarbeiten
unseres Fuhrparks zuständig. Voraussetzung ist der Besitz
eines Führerscheins der Klasse III, wünschenswert ist eine
Qualifikation in einem handwerklichen Beruf.
Angeschlossene Einsatzstellen:
Neben der ambulanten Altenpflege und -betreuung und der IPA
gehören auch sogenannte angeschlossene Einsatzstellen mit
ihren Zivildienstplätzen zum SFD. Dabei handelt es sich um
eigenständige Einrichtungen, die im Bereich der Alten-,
Kinder-, Jugend-, Kultur- oder offenen Sozialarbeit mit
Randgruppen (Arbeitslose, Ausländer, Behinderte) tätig
sind. Der SFD organisiert für diese angeschlossenen
Einsatzstellen das gesamte Spektrum der
Zivildienstverwaltung (Dienstantritt, Soldauszahlungen,
Krankmeldungen, Beratung bei Antragsstellungen, Beratung
bei der Stellensuche, pädagogische Begleitung und
Seminarangebote für ZDL, etc.). Das heiflt, sowohl die ZDL
als auch die angeschlossenen Stellen profitieren von
unserer jahrelangen Erfahrung und Kompetenz mit dem
Zivildienst und unserer Bedeutung als eine der größten
Beschäftigungsstellen für den Zivildienst in Kassel.
Zu den Aufgaben der ZDL gehören unterst¸tzende Arbeiten im
handwerklichen und organisatorischen Bereich. Die ZDL sind
in der Regel in die Teams der jeweiligen Einrichtung
integriert. Für ihre Tätigkeit wird ein relativ hohes Mafl
an Mitdenken und Mitverantwortlichkeit erwartet. Ein Schufl
Idealismus und eine übereinstimmung mit den jeweiligen
Zielen des Vereins wird natürlich gerne gesehen. Und gerade
eben diese Mischung macht das Arbeiten in diesen
Einrichtungen interessant und abwechslungsreich. Der ZDL
wird als Mitarbeiter anerkannt und in die Struktur des
Teams eingebunden.
Dienstwohnung:
Wir bieten unseren Dienstleistenden bei Erfordernis die
Möglichkeit in unserer Dienstwohnung unterzukommen. Es
steht ein Gebäude mit mehreren Einzelzimmern, Küche, Bad
und Gemeinschaftsraum zur Verfügung.